Von Klassik bis Pop
VORST (mog) Oswald Schmitz wunderte sich nicht, dass alle Stühle in der Tuppenhof-Scheune besetzt waren: „Ich trete hier zum fünften Mal auf und immer vor großem Publikum.“ Schmitz, der als musikalischer Leiter das Programm unter der Devise „Von Klassik bis Pop“ selbst zusammengestellt hatte, kennt sich in der heimischen Musikszene bestens aus. Der Büttgener ist passionierter Akkordeon-Spieler und für mehrere Musikgruppen aktiv.

Bei dem Konzert im Tuppenhof war er auch mit dem „Oswald-Ensemble“ vertreten. die Chormitglieder gaben eine beeindruckende Kostprobe ihres breiten Repertoires. Besonders viel Applaus erhielten die „Annen-Polka“ von Johann Strauß im Wiener Dialekt und Johannes Brahms feuriger „Ungarischer Tanz Nr. 6“. Alle Vokal-Vorträge waren klar und homogen gegliedert. Zudem war die Thematik des jeweiligen Beitrags gut verständlich. Denn Chormitglied Thomas Willems führte humorvoll und informativ durch das gesamte Programm. Dieses startete mit dem „ensemble in takt“, einer ebenfalls in Büttgen beheimateten Instrumentalgruppierung und klassischen Tönen. Obwohl Ensemble-Leiter Dieter Böttcher, Kantor der St.-Aldegundis-Kirchengemeinde Büttgen, nicht anwesend sein konnte, überzeugten die Instrumentalisten an Querflöte, Cello und Bratsche.

Mit einer ungewöhnlichen Komposition im klassischen Stil überraschten Rainer Derichs, Gitarre, und Oswald Schmitz, Akkordeon. Sie trugen „Sonatine“ vor, ein in Menuett und Rondo unterteiltes Werk von Anton Diabelli. Oswald Schmitz glänzte ausserdem im Zusammenspiel mit Fritz Kemsat. Die beiden Herren am Akkordeon, von dem Moderator „Schweineorgel“ benannt, ließen in einer Peter-Fries-Bearbeitung „Traviata“ hören.

Jüdische Lieder im Tuppenhof
Nach der Pause gab es traditionelle jüdische Lieder. Dazu zählten vier, in der „Klezmer Suit Nr. 1“ zusammengefasste Kompositionen. Dabei wurde das Akkordeon-Duo von Margit Lessmann am Saxophon ergänzt. Nach diesen typisch schwermütigen Tonfolgen forderte das Publikum eine Zugabe. Der Ausklang galt bekannten Melodien. Das Oswald-Ensemble sang „Besame mucho“ und alle Beteiligten versammelten sich zu dem nach der berühmten Rede von Martin Luther King benannten Song „I have a dream“. Mit diesem beschwingten, mit viel Applaus belohnten Abschluss ging ein zweistündiges Konzert zuende, das dem Tuppenhof-Publikum lange im Gedächtnis bleiben wird.
NGZ vom 27.10.2008