Oswald-Ensemble singt auf dem Tuppenhof
Vorst (barni) Am Samstag noch hatte das Oswald-Ensemble die Mundartmesse in St. Aldegundis musikalisch gestaltet, einen Tag später hieß das Motto im Tuppenhof „Musik aus aller Welt“. Die elf Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Oswald Schmitz (72) hatten musikalische Verstärkung mitgebracht: Die Pianistin Irina Lazareva und die Flötistin Alexandra Grot aus Büttgen sowie Fritz Kemsat aus Kaarst mit seinem Akkordeon.
Musikalisch anspruchsvoll
Oswald Schmitz weiß die gute Akustik in der Scheune des Tuppenhofes zu schätzen und freut sich, dass die Auftritte mit seinem Ensemble auf dem alten Vierkanthof seit Jahren gut besucht sind. 150 Stühle standen zur Verfügung, nur rund zwei Dutzend sollten frei bleiben. Es war ein durchaus musikalisch anspruchsvoller Sonntagvormittag, aber auch ein abwechslungsreicher.
Thomas Willems singt nicht nur im Oswald-Ensemble, er führte auch als Moderator durch das Programm. Er schmeichelte den Leuten vom Tuppenhof: „Wir fühlen uns in dieser faszinierenden Atmosphäre heimisch.“ Los ging es mit der Sonate in g-moll „Il pastor fido op. 13 N6“. Willems machte darauf aufmerksam, dass das Werk möglicherweise gar nicht von Antonio Vivaldi stammt – den Zuhörern war’s egal. Nach dem instrumentalen Auftakt dann „Die Uhr“ von Carl Loewe, gesungen vom Oswald-Ensemble.
„Wenn ich einmal reich wär“: Traditionelle jiddische Lieder gehörten vor der Pause ebenso zum Programm wie das „Konzert für zwei Akkordeons“ von Curt Mahr. Nach der Pause wurde das Repertoire dann überwiegend jünger, frischer, populärer. Das Oswald-Ensemble brachte beispielsweise den Reinhard-Mey-Klassiker „Über den Wolken“ und den Evergreen „Bridge over troubled Water“ von Paul Simon.
Dieser Song war ursprünglich gar nicht eingeplant, kam aber bei den Tuppenhof-Besuchern sehr gut an: „Die Profis“ von den Bläck Fööss in einer A-cappella-Variante von Thomas Willems, Rainer Derichs und Oswald Schmitz. Der musikalische Sonntagvormittag endete mit dem Welthit „Dona, Dona“. Oswald Schmitz bat die Zuhörer, mit einzustimmen – und das taten sie auch.
NGZ vom 19.10.2010